Julia Klöckner, Jahrgang 1972, ist in Bad Kreuznach geboren und in Guldental auf dem elterlichen Weingut aufgewachsen. Nach dem Doppelstudium (Magister und Staatsexamen) der Politikwissenschaft, Theologie und Pädagogik machte sie ein journalistisches Volontariat beim Meininger Verlag in Neustadt an der Weinstraße, wo sie erst Redakteurin der Zeitschrift "weinwelt" und von 2001 bis 2009 Chefredakteurin der Zeitschrift "Sommelier Magazin" war.
Seit 2002 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages und gewann 2005 und 2009 im ehemals "roten" Wahlkreis das Direktmandat. Julia Klöckner war die vergangenen vier Jahre Verbraucherbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und ist seit Beginn der neuen Legislaturperiode 2009 Parlamentarische Staatssekretärin bei Bundesministerin Ilse Aigner.
1. Wie groß sind die Chancen der CDU die Landtagswahl 2011 zu gewinnen?
Rechenspiele etwa 15 Monate vor der Wahl sagen wenig aus. Fakt ist: Die CDU hat bei der Bundestagswahl gezeigt, dass sie Menschen überzeugen und mitnehmen kann. In Rheinland-Pfalz sind wir stärkste politische Kraft!
Zurzeit ist eine richtige Aufbruchstimmung in der CDU spürbar. Das macht Spaß! Die Chance auf einen Regierungswechsel in 2011 ist so groß wie nie.
2. Was beeinflusst Ihrer Meinung nach die Entscheidung der Menschen? Glauben Sie, das Alter spielt bei der Wahl zur/m Ministerpräsident/in eine Rolle?
Der offene Umgang mit Menschen ist mir wichtig. Ob Bundestagsabgeordnete oder Parlamentarische Staatssekretärin - ich möchte mit den Menschen ins Gespräch kommen, zuhören und anschließend mit passenden Lösungen für Verbesserungen sorgen. Einfach beherzt und nachhaltig anpacken, nicht über die Köpfe hinweg, sondern mit den Betroffenen zusammen. Wer hingegen zu lange an der Macht ist, verliert schnell die Bodenhaftung, Strukturen verkrusten. Ein Wechsel wird deshalb unserem Land, den Menschen und der Demokratie gut tun. Übrigens: Helmut Kohl wurde einige Wochen vor seiner Ministerpräsidentenwahl 39 Jahre alt. 2011 werde ich 38 sein. Das Alter scheidet also als Gegenargument aus.
3. Nach Jahrzehnten andauernden Grabenkämpfen sehen wir nun eine geschlossene CDU. Ist das von Dauer?
Ja, die Zeiten haben sich geändert. Die Geschlossenheit der Partei ist das Ergebnis eines gemeinsamen Lernprozesses. Es macht jetzt richtig Spaß, mit Partei und Fraktion Ideen auszutauschen und Entscheidungen zu diskutieren. In der einen oder anderen Frage wird es naturgegeben auch künftig unterschiedliche Meinungen geben, das belebt den Geist!